24. September 2019 - Erfolgreiche Teilnahme der Razejunge am Moselprojekt

Im Razejungewingert ist die Anzahl von Hummeln und Bienen sprunghaft gestiegen.Die Lehmer Razejunge nehmen seit 2016 am Moselprojekt des Bauen- und Winzerverbands Rheinland-Nassau "Steillagenweinbau schafft Vielfalt" teil. Das Moselprojekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag zum Erhalt der einzigartigen Weinkulturlandschaft zu leisten. Es werden Maßnahmen umgesetzt, die die Arten- und Lebensraumvielfalt im Steil- und Steilstlagenweinbau fördern und dabei in die Weinproduktion integrierbar sind.

Die Razejunge führen im Rahmen des Projektes gezielt Maßnahmen in der Lehmener Würzlay durch. Bei Schaffung und Unterhalt eines Floristischen Hotspots auf ausgewählten Terrassen im Razejungewingert wird gesammeltes regionales Saatgut von Wildpflanzen zur Gewinnung weiteren Saatguts in kleinen Vermehrungsbeeten kultiviert.

Die geernteten Samen aus der Würzlay werden dem Bauern- und Winzerverband und interessierten Winzern zur Verfügung gestellt. Das abgegriffene Saatgut wird gezielt auf geeigneten Standorten in der Weinkulturlandschaft ausgesät, u.a. auf Rand-, Rest- und Zwickelflächen. Ziel ist die Schaffung von Trittsteinbiotpen und der Erhalt der regionaltypischen Flora. Bienen, Hummeln und Schmetterline wird gleichzeitig ein breitgefächertes Nahrungsangebot bereitet. Im Razejungewingert hat sich die Anzahl der Schmetterlingsarten inzwischen verfünffacht und die Anzahl von Hummeln und Bienen ist sprunghaft gestiegen.

Eine weitere erfolgreiche Aktion ist die Offenhaltung eines Teils der brachliegenden, verbuschten Weinbergflächen in der Würzlay. Es wird somit zum Erhalt der traditionellen Kulturlandschaft und regionaltypischer Offenlandbiotope mit der charakteristischen floristischen und faunistischen Artzusammensetzung in den Steillagen beigetragen. Bei den Arbeiten werden jeweils mehrere hundert Meter historischer Trockenmauer und kunstvolle Bruchsteintreppen freigelegt und wieder sichtbar gemacht. Die durchgeführten Projektmaßnahmen werden gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie durch die Landwirtschaftliche Rentenbank.


Saatbeete mit regionaltypischen Weinbergpflanzen und -blumen

In Zusammenarbeit mit dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V wurde von den Lehmer Razejunge ein Floristischer Hot-Spot in 2016 angelegt und im Frühjahr 2017 erweitert.

*Ziel ist das Anlegen von Trittsteinbiotopen und Erhalt der regionaltypischen Flora. Sammeln, Vermehren und Ausbringen von autochthonen Charakterarten der Weinbergflora. Durch Verzicht von Herbiziden und eine gezielte Flächenpflegekönnen sich typische Weinbergs- und Wildpflanzen ansiedeln oder angesiedelt werden. Es können so standorttypische, artenreiche Horspots innerhalb der Weinbauland- schaft entstehen.

*Text in Anlehnung an Maßnahmenblatt Floristische Hotspot "Steilagenweinbau schafft Vielfalt - Das Moselprojekt, Lebendige Agrarlandschaften, Bazuern-u. Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

Auf separat entbuschten Kuhren wurden Saatbeete in Holzrasterform angelegt. Es wurden über 25 unterschiedliche Pflanzenarten, die vom Bauern- und Winzerverband zur Verfügung gestellt wurden, im Razejungewingert ausgesät. Die einzelnen Saatbeete wurden mit Bezeichnungssteckschildern versehen.

Jeweils im Sommer bzw. Spätsommer werden die Samen nun abgegriffen und an Interessenten weitergegeben, um diese regionaltypische Pflanzen an Weg- und Reb- flächenrändern, Säumen und Wegspitzen ggf. auch als Zwischenzeilenbegrünung auszubringen.

Erhalt und Förderung der Artenvielfalt regionaltypscher Weinbergpflanzen wird so praxisnah umgesetzt. Für die Saatbeetrahmen aus Holz wurden aus Gründen der Ressourcenschonung und Kosteneinsparung "alte" Weinbergpfähle und -pfosten aus stillgelegten Weinberganlagen und Brachflächen verwendet sowie Holzstämme gefällter Bäume aus Entbuchungsmaßnahmen.

Bei Bedarf wird das Gießwasser zum Wässern der Beete von den Razejunge aus einem alten Regenauffangbecken aus einem nicht mehr bewirtschafteten Weinberg entnommen, auch eine Art der Ressourcenschonung. Die Samen sind trotz Trockenheitsphasen überweidend gut aufgelaufen.

Im Spätsommer und Herbst 2017 war die "Samenernte" zufriedenstellend. Zusätzlich konnten auch bereits Samen von Königs- und Nachtkerzen von vorhandenen Pflanzen aus unserem Weinberg abgegriffen werden. Auf den Randbereichen der Terrassen, auf denen die Saatbeete angelegt wurden, wurden noch Rote Weinbergpfirsiche gepflanzt und Totholzbereiche für Insekten und Reptilien angelegt.

  • Floristischer Hotspot

    Mai 2017 - Gesamtansicht der Saatbeete

  • Floristischer Hotspot

    Mai 2017 - Gesamtansicht der Saatbeete

  • Floristischer Hotspot

    Juni 2017 - Skabiosen-Flockenblume

  • Floristischer Hotspot

    Juni 2017 - Königskerze

  • Floristischer Hotspot

    Juni 2017 - Weinberglauch

  • Floristischer Hotspot

    Oktober 2017 - Echtes Leinkraut

  • Floristischer Hotspot

    Oktober 2017 - Hummel auf Flockenblume

Nächste Termine

31 Okt 2019
19:00
Weinprobe mit den Ehefrauen
Moselkern

Das Razejunge-Kochbuch: Rezept der Woche

Impressionen

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