31.05.2017: Naturerlebnisbegleiter im Razejungewingert

Wo Mauseschwanz-Federschwingel und Sedum Album die Trockenmauern zieren

  • Naturerlebnisberater 2017
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Im Rahmen ihrer DLR Ausbildung besuchten 25 angehende Naturerlebnisbegleiter am 31. Mai den Razejungewingert. Bei der botanischen Exkursion unter Leitung von Dr. Thomas Becker von der Universität Trier erkundeten die Lehrgangsteilnehmer von Ahr, Mittelrhein und Mosel die Lehmener Würzlay, einer von den 30 ausgewiesenen historischen Weinbaulandschaften der Terrassenmosel.

Nach der Begrüßung durch Oberrazejung Ralf Menden und Carsten Neß vom DLR Mosel wurde der Würzlaygarten mit über 35 unterschiedlichen, wärmeliebenden Kräutersorten besichtigt. Mitglieder des Vereins der Lehmer Razejunge legten ihn vor 3 Jahren als Schulkräutergarten an.

Dann ging es über 14 Weinbergterrassen mit kunstvollen Trockenmauern und alten Bruchsteintreppen durch den Razejungewingert steil bergauf. In den Spalten der Jahrhunderten alten Trockenmauern wachsen Milzfarn, Nördlicher und Schwarzstieliger Streifenfarn. Unmittelbar auf und hinter den Mauerkronen befinden sich Weißer Mauerpfeffer, Römischer Schildampfer, Zypressenwolfsmilch, Lavendel und Wilder Dost. Auf den einzelnen Kuhren wurde Halt gemacht und zahlreiche Naturkräuter bestimmt.

Alleine im steilen Abschnitt des Razejungewingerts bis hoch zum angrenzenden Themenweg Würzlaysteig hatte Dr. Becker bei seinen Voraberkundungen über 160 unterschiedliche Pflanzenarten in einer Übersichtsliste erfasst. Eine beachtenswerte botanische Vielfalt auf solch einer relativ kleinen Steillagenfläche. Viele dieser Pflanzen stehen auf der "Roten Liste", sind geschützt und in Deutschland selten. Auf den Weinbergterrassen sind Knoblauchrauke, Nieswurz, Königskerze, Rundblättriger Storchenschnabel, Edel-Gamander und Kriechendes Fingerkraut zu sehen. "Vielen Einheimischen ist dieser Schatz mit seiner vielfältigen Flora unmittelbar vor der Haustür in der Lehmener Würzlay nicht bewusst", bemerkte der 2. Vorsitzende der Lehmer Razejunge, Dieter Möhring, der mit seinem Kollegen Klaus Strick die Besuchergruppe durch den Steillagenweinberg begleitete.

Felspartien in unmittelbarer Nähe des Würzlaysteigs bieten solch eine Artenvielfalt, dass selbst Dr. Becker ins Schwärmen geriet: "Das ist schon eine Seltenheit was hier zu finden ist, da schlägt das Herz eines Botanikers höher." Dicht, auf wenigen Quadratmetern schroffen Fels sind u.a. Französischer Ahorn, Felsenbirne, Zwergmispel, Schmalblättriges Greiskraut, Feldbeifuß, Haarginster, Kartäusernelke, Aufrechter Ziest und Landkartenflechte zu sehen. Den Exkursionsteilnehmern wurde es langsam schwindelig bei der Vielzahl der Pflanzen mit z.T. nicht ganz geläufigen Bezeichnungen. Namen wie Betäubender Kälberkopf (Doldenblütengewächs) und Mäuseschwanz-Federschwingel (ein Gras) entlockten ihnen dann ein Schmunzeln. Nach gut zweieinhalb Stunden und 1,25 km langem geführten Rundweg hatten die Exkursionsteilnehmer einen guten Überblick von der erstaunlichen Artenvielfalt der Pflanzen in der Lehmener Würzlay erhalten und für viele war es nicht der letzte Besuch.


02. Juni 2015: Naturerlebnisbegleiter der ganzen Moselregion im Razejungewingert

  • Naturerlebnisberater 2015
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Am 02. Juni 2015 absolvierten die "Naturerlebnisbegleiter Mosel" der Region von der Obermosel bis Winningen eine Weiterbildungsmaßnahme des DLR (Dienstleistungszentrum ländlicher Raum) im Razejungewingert in der Lehmener Würzlay. Motto der Veranstaltung "Schmetterlinge der Untermosel & Naturerlebnis Lehmener Würzlay".

Frau Engelmann-Hermen vom DLR, Abteilung Weinbau und Oenologie, hatte die Weiterbildungsmaßnahme an der Untermosel organisiert. Es wurde eine theoretische Einführung von Daniel Müller zum Punkt "Schmetterlingspopulationen" und von Dieter Möhring zum Thema "Naturerlebnis Lehmener Würzlay" mit dem Projekt "Lavendel- und Naturkräuterfelsterrassen" sowie der speziellen Flora in der Würzlay gegeben. Danach erfolgte der praktische Teil mit der Besichtigung des Razejungewingerts mit seinen 14 Kuhren, dem Kräutergarten mit 25 verschiedenen Sorten und mehreren hundert Einzelgewächsen und natürlich den Lavendelpflanzungen auf den steilen Terrassen.

Die 22 Naturerlebnisbegleiter zeigten sich beeindruckt von der gepflegten Kräutergartenanlage und dem Weinberg mit den Lavendelpflanzungen in der Lehmener Würzlay. Das Leader-Projekt der Razejunge, dass vom Europäischen Landschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und vom rheinland-pfälzischen Entwicklungsprogramm für Agrarwirtschaft, Umweltmaßnahmen, Landentwicklung (Paul) des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz gefördert wird, fand großen Anklang bei den interessierten Besuchern.

Von der Steilheit des Razejungewingerts mit seinen einmaligen Terrassen, Trockenmauern und kunstvollen Bruchsteintreppen waren die Erlebnisberater besonders von Ober- und Mittelmosel beeindruckt.

Nachdem alle wohlbehalten auf der obersten Kuhr angelangt waren ging es weiter auf dem Würzlaysteig. Viele seltene Pflanzen, Blumen und Gehölze konnten bestimmt werden. Besonders beeindruckend waren die wärmeliebende Gewächse, die man überwiegend sonst nur im mediterranen Raum findet. Die Schmetterlinge hielten sich ein wenig zurück, da es am Anfang der Wanderung ein wenig bedeckt war. Daniel Müller konnte jedoch an markanten Stellen des Weges Raupen und Larven präsentieren, die sonst dem Wanderer nicht aufgefallen wären. An einem ausgesuchten Rastplatz am Themenweg mit schönem Blick über die "Lehmener Würzlay"wurden die Naturerlebnisbegleiter von den Razejungen mit Erfrischungsgetränken versorgt und dann ging es gestärkt zurück auf den Heimweg. Die Besucher der Exkursion waren alle sehr beeindruckt von der einzigartigen Kulturlandschaft der Terrassenmosel mit all ihren Besonderheiten. Die Razejungen freuten sich, dass ihr Projekt "Lavendel- und Naturkräuterfelsterrassen" so großen Anklang fand.

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