Altes Handwerk wieder aufleben lassen

Trockenmauerbau in der Lehmener Würzlay -

TrockenmauerkursIn Zusammenarbeit mit dem DLR Mosel ermöglichte die Regionalinitiative "Faszination Mosel" einen zweitägigen Trockenmauerbaukurs für den Verein der Lehmer Razejunge in der Lehmener Würzlay. Der zweitägige Workshop fand am 29. und 30. April im Razejungewingert statt.

Die Bruchsteinmaurer der vergangenen Jahrhunderte ermöglichten erst durch ihr handwerkliches Können und durch die Errichtung der inzwischen kulturhistorischen Trockenmauern den Steillagenweinbau. Die Trockenmauern sind gleichzeitig bedeutende Lebensräume für wärmeliebende Pflanzen und Tiere in Weinbergen und sind ein charakteristisches Merkmal der Weinkulturlandschaft.

Ziel des Seminars war es, den Teilnehmern unter fachkundiger Anleitung zu zeigen, wie man die Jahrhunderte alten Trockenmauern restaurieren kann. Techniken und altes Fachwissen sollte vermittelt werden. Es wurde die Reparatur einer Jahrhunderte alten Flügelmauer und gleichzeitig der Neubau einer über zehn Meter langen neuen Trockenmauer zur Hangstabilisierung vorgenommen. 27 t Bruchsteine wurden zur Verfügung gestellt, um das geplante Vorhaben umzusetzen.

Der Lehrgang fand unter der Leitung von Walter Oeffling, Sachgebietsleiter Landespflege DLR Mosel und Helge Ehmann, Winzer und Biologe aus Obernhof/Lahn, statt. Vanessa Brockmüller von der Regionalinitiative freute sich zum Lehrgang 17 Kursteilnehmer begrüßen zu können. Neben Mitgliedern des Vereins der Lehmer Razejunge nahmen Interessenten aus Klotten, Winningen und Koblenz teil. Darunter befreundete Winzer aus Nachbargemeinden. Der Bürgermeister aus Lehmen und der Ortsvorsteher aus dem Lehmener Ortsteil Moselsürsch demonstrierten durch ihre Teilnahme, wie wichtig ihnen Erhalt und Pflege der Kulturlandschaft mit den charakteristischen Trockenmauern sind. Alle Teilnehmer legten sich mächtig ins Zeug und lernten während der beiden Tage die mühevolle Arbeit der TrockenmauerkursBruchsteinmaurer zu schätzen. Die Lehrgangsleiter erklärten die durchzuführenden Arbeiten, Techniken und sorgten mit viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen zur Einhaltung der erforderlichen Disziplin der Trockenmauerbau-Prinzipen. Mancher einer musste schon auf die Zähne beißen, wenn es hieß, "das Stück bauen wir aber wieder zurück, da habt ihr euch nicht an die Regeln gehalten". Mit einer guten Verpflegung trugen die Razejunge dazu bei, dass Leib und Seele und vor allem die Arbeitskraft gestärkt wurden. Bei einem würzigen Tropfen Riesling aus dem Razejungewingert wurde am Ende der Arbeitstage jeweils Resume´ gezogen. Trotz aller Anstrengungen und ungewohnten körperlichen Arbeiten machte es allen viel Spaß. Die Medien zeigten sich am Thema interessiert. Das Fernsehen berichtete in "SWR aktuell" ebenso wie die Rhein-Zeitung über die Aktion. Die beiden Arbeitstage mit dem jeweiligen Baufortschritten wurden von Isa Junker von den Lehmer Razejunge in einem Video zusammengefasst und werden demnächst hier auf der Homepage der Lehmer Razejunge eingestellt..

Der bauliche Erfolg kann sich sehen lassen und die Teilnehmer des Seminars können mit Recht stolz auf ihre Leistung sein. In den nächsten Tagen werden die offenen Restarbeiten, "der Feinschliff", durchgeführt. Mit diesem Workshop wurde erreicht, Trockenmauerinstandhaltung und -pflege auf eine breitere Basis zu stellen, und den einzigartigen xerothermen Lebensraum "Trockenmauern" für seltenen Tiere und Pflanzen zu fördern.


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