Apollofalter auf LavendelblüteApollofalter auf LavendelblüteDer seltene Mosel-Apollo (Paranassius apollo vinningensis) ist eine Rarität und kommt am unteren Mosellauf in Winningen, Kobern-Gondorf und in Lehmen vor. Im Naturschutzgebiet Ausoniusstein und in der Lehmener Würzlay im Razejungewingert findet er einen günstigen Lebensraum. Dies sind zum Beispiel die Brachen, welche die Lehmer Razejunge regelmäßig freistellen. Besonders auf den Trockenmauern gedeiht der Weiße Mauerpfeffer, die Futterpflanze der Apollofalterraupe.

Blühende Lavendelfelder und die speziell angelegte Blumenrabatten für die Wiesenflockenblume auf hochgelegenen Terrassen sind wesentliche Futterpflanzen des Apollofalters. Doch all diese Anstrengungen reichen nicht aus, um das Überlegen dieser seltenen Art zu sichern. Schmetterlingskundler befürchten das Aussterben der weltweit einmaligen Vorkommen an der Untermosel in diesem Jahr (2020!), wenn nicht weitere Maßnahmen ergriffen werden.Mauerpfeffer

 

Was kann ich für den Mosel-Apollo tun?

In der Fluggebieten zwischen Bremm und Winningen sollten  Mäharbeiten möglichst spät im Jahr durchgeführt werden. Die Mahd entlang der betreffenden Bahnlinien, Straßen, Wander- und Wirtschaftswege sollte erst nach dem 1. August - besser erst ab 1. September - durchgeführt werden.

Dazu sagt der Lehmener Ortsbürgermeister Arnold Waschgler:

„In den folgenden Wochen werde ich u.a. mit Unterstützung der Lehmer Razejunge sowie Naturschutz- und Umweltfachbehörden weitere geeignete Maßnahmen zum Erhalt des Moselapollos in unserer Gemeinde einleiten und umsetzen.“

 

Dramatischer Rückgang des Moselapollos

Beitrag in "Melanargia" (Nachrichten der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Leptdopterologen) vom 01. April 2020
http://www.ag-rh-w-lepidopterologen.de/_mGala-16_Thea/wp-content/uploads/Melanargia_32_1_Moselapollo_s.pdf

Erhaltung und Sicherung der Apollopopulation am Beispiel von Maßnahmen in der Fränkischen Schweiz

https://www.anl.bayern.de/publikationen/anliegen/doc/an41107geyer_2019_apollofalter.pdf


Gebt dem Apollofalter ein Zuhause - Artenschutzprojekt 2021

Aktionen bereits in den Wintermonaten 2020/2021 gestartet

EntbuschungMaßnahmen zum Erhalt und zur Förderung des vom Aussterben bedrohten Apollofalters stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt der Artenschutzprojekte der Lehmer Razejunge. Um den Lebensraum des Apollofalters sicherzustellen, wurden bereits besondere Entbuschungs- und Freistellungsmaßnahmen in der Lehmener Würzlay durchgeführt. Mit diesen Arbeiten starteten die Razejunge bereits zu Beginn des Winters 2020 und sie werden bis Ende Februar fortgeführt.

In den vergangenen Monaten wurden von den Lehmer Razejunge bisher ca. 1.200 m² ehemalige Weinbergfläche entbuscht und freigestellt, sowie Weinbergmauern in einer Länge von ca. 170 m wieder von Gestrüpp und Rankengewächsen befreit. Gut erhaltene Bruchsteinmauern kamen wieder zum Vorschein.

Der Apollofalter bevorzugt als Lebensraum in den Steillagen der Weinberge freie, in der Sonne liegende Flächen mit ausgeprägten Felsstrukturen und Steinpartien mit niedrigem Bewuchs und blütenreichen Futterpflanzen. Leider sind oft nicht mehr bewirtschaftete Weinbergflächen total verbuscht und die Trockenmauern und Felspartien dicht überwuchert. Die starke Beschattung der Mauerkronen, besonders durch Brombeer- und Himbeerbewuchs, beeinträchtigt das Wachstum des Weißen Mauerpfeffers. Er ist die Futterpflanze der Raupe des Apollofalters. Die von der Sonne erwärmten Felsen und Trockenmauern sind der bevorzugte Bereich für die Eiablage des gefährdeten Falters.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass nach Entbuschungs- und Freistellungsmaßnahmen sich schnell wieder weinbergtypische Blühpflanzen auf den freien Flächen etablieren. Darunter befinden sich u.a. Wilder Oregano, Knoblauchrauke, Salbei-Gamander, Färberwaid und der Römische Schildampfer. Auf den freigelegten Trockenmauern breitet sich der Weiße Mauerpfeffer wieder aus. Zusätzlich werden im Frühjahr für den Apollofalter eine Vielzahl von speziellen Futterpflanzen auf besonders bearbeitete Weinbergflächen gesetzt. Die Razejunge hoffen, damit einen lohnenden Beitrag zum Erhalt der gefährdeten Leitart der Schmetterlinge an der Untermosel zu leisten.


Bietet dem Apollofalter ein Zuhause!

Population ernstlich bedroht

Apollofalter auf Lavendelblüte (Foto © Dieter Möhring)Der Apollofalter ist der beflügelte Botschafter, ein Juwel der Terrassenmosel. Unsere hiesige Unterart, der seltene Mosel-Apollo (Paranassius apollo vinningensis) ist eine Rarität und kommt am unteren Mosellauf in Winningen, Kobern-Gondorf und in Lehmen vor.

Der sehr wärmeliebende Falter findet günstige Bedingungen offenbar nur in großflächigen Felsbiotopen sowie hier in der Untermoselregion. In der Gemeinde Lehmen kann man den bekannten und vom Aussterben bedrohten Ritterfalter in den Sommermonaten im Naturschutzgebiet Ausoniusstein und in der Lehmener Würzlay im Razejungewingert bewundern, der einen günstigen Lebensraum bietet mit angrenzenden Flächen. Dies sind u.a. Brachen, die z.T. durch die Razejunge regelmäßig freigestellt werden. Besonders auf den gepflegten Trockenmauern gedeiht der Weiße Mauerpfeffer, die Futterpflanze der Raupe des Apollofalters. Ausschlaggebend ist auch das immense Blütenangebot in der Flugzeit der Schmetterlinge, blühende Lavendelfelder und die speziell angelegte Blumenrabatten für die Wiesenflocken-blume auf hochgelegenen Terrassen. Sie sind eine der wesentlichen Futterpflanzen des Apollofalters. Hinzu kommen eine blütenreiche Blumenwiese und besonders eingesäte Blühstreifen hin zum Radweg. Doch um dem prachtvollen Schmetterling ein lukratives Zuhause und eine reale Überlebenschance zu bieten, sind weitere Anstrengungen erforderlich. Dies belegen Untersuchungen des Bekannten Schmetterlingskundler Dr. Detlef Mader (siehe Rhein-Zeitungsbericht vom 26.Juni und seine Veröffentlichung "Apokalypse des Mosel-Apollo, Aussterben oder Überleben?" ISBN 978-3-9815850-3-2).

Herr Volker Hartmann, SGD Nord- Referat Naturschutz, hat das befürchtete Aussterben des Mosel-Apollos zum Anlass genommen und hat folgenden Aufruf gestartet:

Sehr geehrte Damen und Herren, das akut befürchtete Aussterben des Moselapollos (sieh Veröffentlichung von Herrn Dr. Mader), aktuelle Presseanfragen zum Thema und die startende Mähsaison nehme ich zum Anlass, Ihnen diese Nachricht zu schreiben. Die extremen Witterungsverläufe der letzten Jahre haben zu sehr starken Bestandseinbrüchen beim schon vorher seltenen Mosel-Apollo geführt. Herr Mader und andere Schmetterlingskundler befürchten das Aussterben der weltweit einmaligen Vorkommen an der Untermosel in diesem Jahr, wenn nicht bestimmte Maßnahmen ergriffen werden. Aus diesem Grund bitten wir Sie, uns bei dem Schutz der Art weiterhin zu unterstützen und in 2020 noch zu verstärken. In der Fluggebieten zwischen Bremm und Winningen muss in 2020 darauf geachtet werden, dass Mäharbeiten möglichst spät im Jahr durchgeführt werden. Die Mahd entlang der betreffenden Bahnlinien, Straßen, Wander- und Wirtschaftswege sollte wo möglich erst nach dem 01.08.2020 (oder noch besser erst ab 01.09.) durchgeführt werden. Darüber hinaus werden zusätzliche Entbuschungs-Maßnahmen notwendig und aktuell geplant. Wir bitten Sie , die o.g. Hinweise zur späten Mahd an die ausführenden Dienststellen, Kollegen und Mitarbeiter weiter zu geben.

Als Ortsbürgermeister ist mir am Erhalt des unter Naturschutzstehenden, sehr seltenen Apollofalters sehr viel gelegen. Ich bitte alle Winzer, Landwirte, Vereine und Privatpersonen diesen Aufruf der SGD Nord zu beachten und zu unterstützen. In den folgenden Tagen und Wochen werde ich u.a. mit Unterstützung der Lehmer Razejunge sowie Naturschutz- und Umweltfachbehörden weitere geeignete Maßnahmen zum Erhalt des Moselapollos in unserer Gemeinde einleiten, umsetzen und darüber entsprechend berichten.


Floristischer Hotspot erweitert

Futterpflanzen für den Apollofalter im Mittelpunkt

Apollofalter auf FlockenblumeSeit 2016 unterhalten die Lehmer Razejunge auf ausgewählten Weinbergterrassen im Razejungewingert einen Floristischen Hotspot. In speziell angelegten Weinbergblumenbeeten werden typische Charakterarten der Weinbergflora ausgesät, aufgezogen nach der Blüte werden die Blumensamen abgegriffen und zur weiteren Vermehrung wieder ausgebracht. Ziel ist die Förderung und Erhaltung regionaltypischen Weinbergblumen und -pflanzen. Interessenten, wie Winzer und Naturerlebnisbegleiter der Moselregion gehören zu den Abnehmern.

In diesem Jahr wurden die Saatbeete im Razejungewingert deutlich erweitert. Im Mittelpunkt standen dabei die Aufzucht und Vermehrung von Futterpflanzen für den vom Aussterben bedrohten Apollofalter. Auf einer weiteren freigestellten Weinbergterrasse wurden daher zu bereits bestehenden Saatbeeten von Skabiosen- und Wiesenflockenblumen weitere angelegt. Im Herbst wurden auf einem weiteren Versuchsfeld in einem Bio-Gärtnereibetrieb vorgezogene Setzlinge der wärmeresistenten Spornblume sowie Wilder Majoran angepflanzt.

Wilder OreganoDies sind neben dem erfolgreich angebauten Lavendel u.a. prädestinierte Futterpflanzen für den bedrohten Apollofalter. Vorbereitung und die Anlegung der Beete auf den Steillagenterrassen war sehr arbeitsintensiv. Nicht jeder Pflanzensamen wird gleich üppig auflaufen. Das zeigt die Erfahrung der letzten Jahre. Trotz anhaltender Trockenheit im Sommer konnte dieses Jahr zwei Mal Samen abgegriffen und zur weiteren Verteilung bereitgestellt werden. Das waren Samen von ausgewählten Pflanzenarten wie Johanniskraut, Kohl- und Weinberglauch, Nachtkerze, Färberwaid, Königskerze, Skabiosen- und Wiesenflockenblume, Echtes Leinkraut, Rosen- und Moschusmalve, Natternkopf, Lichtnelke sowie Taubenkropf-Leinkraut.

Die Aufzucht und Vermehrung regionaltypischer Pflanzen hat auch für die Fauna einen sehr positiven Aspekt: Die Artenvielfalt unserer Bienen und Schmetterlinge in den Weinbergen wird wesentlich gefördert.

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